Duale Berufsausbildung

Ausbildung als wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel

Um ihren Fachkräftebedarf zu decken und sich dadurch langfristig wettbewerbsorientiert und innovativ am Markt zu positionieren, wissen die Unternehmen die duale Berufsausbildung und natürlich auch die berufliche Weiterbildung als wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel zu schätzen.
Zum 30.09.2021 melden die vier Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz 12.819 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Der Wert liegt damit nahezu auf Vorjahresniveau. Fakt ist, dass die Betriebe in Rheinland-Pfalz – auch in Zeiten von Corona – weiter viele junge Menschen ausbilden. Dies zeugt von der Weitsicht der Unternehmen, denn eigens ausgebildeter, qualifizierter Nachwuchs ist die entscheidende Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe.
Gleichzeitig verdeutlichen die aktuellen Statistiken, dass die zahlreichen lokalen Berufsinformationsmessen unverzichtbar für effizientes Azubi-Recruiting sind. Die zu Beginn der Corona-Krise forcierten Digital-Angebote waren wichtig und richtig. Unter anderem konnte so ein noch deutlicherer Einbruch am Ausbildungsmarkt verhindert werden. Dennoch bleibt die persönliche Ansprache durch nichts zu ersetzen.

Was die Politik tun kann

Zu den Aufgaben nach der Pandemie gehört die Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Gerade mit Blick auf 2022 müssen daher alle Weichen auf Präsenzveranstaltungen gesetzt werden. 2022 muss es das Ziel sein, wieder auf das „Vor-Corona Niveau“ bei den Ausbildungsverhältnissen zu gelangen. Hier ist auch Politik gefordert. Durch Präsenz vor Ort, aber auch durch eindeutige Statements. Weiterhin gilt es zahlreiche Jugendliche im Übergangsbereich in den Fokus zu nehmen. Viele Jugendliche haben sich im Sommer 2020 und 2021 für einen weiteren schulischen Weg entschieden – eher aus Unsicherheit als aus tiefer innerer Überzeugung. Diese Menschen gilt es, konzertiert anzusprechen, um ihnen die Vorzüge des dualen Bildungsweges aufzuzeigen. Dabei muss auch die Politik dafür sorgen, dass die akademische und die berufliche Aus- und Weiterbildung als gleichwertig angesehen werden.

Was die IHKs tun

Wir stehen im regen Austausch mit unseren Ausbildungsunternehmen. Die IHK-Organisation bietet zahlreiche Informationen über die duale Ausbildung an. Dazu zählt beispielsweise der „ digitale Ausbildungsatlas“ – ein Angebot der rheinland-pfälzischen IHKs. Dabei handelt es sich um eine Datenbank mit etwa 30.000 rheinland-pfälzischen Unternehmen, die jungen Menschen die Suche nach Ausbildungsbetrieben und -berufen in ihrer Region erleichtern soll. Integriert ist zudem eine Suchmaschine, über die Nutzer auf die Unternehmenshomepage gelangen können. Und zu jedem Beruf findet sich eine Beschreibung über Inhalte und Ablauf der Ausbildung. Mit dem Relaunch wurde eine Schnittstelle zur IHK-Lehrstellenbörse geschaffen.
Auch das Angebot mit „ Durchstarter“ als Ausbildungsinitiative wurde erweitert. Auf TikTok gilt es, die Generation Z zum Thema Ausbildung zu informieren, zu sensibilisieren und sie bei ihrer Berufsorientierung zu unterstützen. Gerade die aktuelle Lage zeigt, dass wir neue, digitale Kommunikationswege nutzen müssen, um diese Zielgruppe zu erreichen.