Pressemitteilung

Konjunkturelle Talfahrt vorerst gestoppt

14. Februar 2020. Die rheinland-pfälzische Wirtschaft signalisiert zum Jahreswechsel eine leichte Aufhellung der Stimmung. Das belegt die aktuelle Konjunkturumfrage der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs), die auf einem repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft von mehr als 1.000 Betrieben mit über 220.000 Beschäftigten basiert. Der IHK-Konjunkturklima-Indikator – als zusammenfassender Wert der aktuellen Geschäftslage mit den Erwartungen der Unternehmen – steigt um fünf Punkte auf einen Wert von 113 Punkten. Ausschlaggebend hierfür ist neben einer Stabilisierung der Geschäftslage bei 29 Prozentpunkten vor allem eine verbesserte Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung (Winter 2019/20: minus ein Prozentpunkt; Vorumfrage: minus neun Prozentpunkte) der Unternehmen. Nennenswerte Wachstumsimpulse sind derzeit jedoch nicht zu erwarten.
Peter Adrian, Präsident der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, kommentiert:
„Das rheinland-pfälzische Konjunkturklima präsentiert sich zu Jahresbeginn etwas verbessert, dennoch bleibt eine gewisse Skepsis mit Blick auf hochbewertete Konjunkturrisiken wie den Fachkräftemangel und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.“
Über die Wirtschaftszweige hinweg zeigt sich insgesamt eine leichte konjunkturelle Stabilisierung. Auch die Industrie signalisiert – nach zuletzt deutlich rückläufigen Stimmungswerten – vorerst ein Ende der Talfahrt.
„Zwar gehen die Auftragsbestände auch weiterhin zurück, dennoch haben sich die Geschäfts- und Exporterwartungen für das Jahr 2020 zuletzt wieder etwas aufgehellt“,
so Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.
Weiterhin ist eine Zurückhaltung beim Investitions- und Beschäftigungsaufbau zu beobachten. Bei günstigen Finanzierungsbedingungen wollen zwar 22 Prozent der Unternehmen ihr Investitionsbudget ausbauen, dafür plant aber auch fast jedes fünfte Unternehmen sein investives Engagement zurückzufahren.
Die Beschäftigung wächst indes nur noch auf niedrigem Niveau. Bereits im dritten Jahr in Folge gibt ein Großteil der Unternehmen die mangelnde Verfügbarkeit von Fachkräften als vorrangiges Konjunkturrisiko für die betriebliche Entwicklung an (56 Prozent). Auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (45 Prozent) und der Inlandsabsatz (44 Prozent) bleiben als bedeutende Geschäftsrisiken im Fokus.