IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz zur Wirtschaftslage zum Jahresbeginn 2026

Rheinland-pfälzische Wirtschaft stabilisiert sich leicht – wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und Arbeitskosten bremsen
Die rheinland-pfälzische Wirtschaft zeigt zum Jahresbeginn 2026 erste Anzeichen einer leichten Erholung, bleibt insgesamt jedoch deutlich unter Druck. Die Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz macht deutlich: Ohne verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen wird die Rezession andauern. Vor diesem Hintergrund kommt der Landtagswahl 2026 aus Sicht der Unternehmen eine zentrale Bedeutung zu.
Unter dem Leitbild „Stärker. Einfacher. Schneller.“ formuliert die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz mit Blick auf die Landtagswahl konkrete Erwartungen an die Landespolitik. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Rheinland-Pfalz zu stärken und die derzeitige konjunkturelle Schwäche zu überwinden – unter anderem durch Investitionen in Infrastruktur, mehr Gewerbeflächen, eine leistungsfähige Verwaltung, konsequenten Bürokratieabbau sowie eine zukunftsgerichtete Bildungs- und Fachkräftesicherungspolitik. Die Positionen der rheinland-pfälzischen Wirtschaft zur Landtagswahl 2026 sind abrufbar unter www.ihk-rlp.de/landtwagswahl2026
Der IHK-Konjunkturklimaindex, das zentrale Stimmungsbarometer für die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen der gewerblichen Wirtschaft, liegt aktuell bei 93 Punkten. Damit verbessert sich der Index gegenüber dem Herbst 2025 (88 Punkte), bleibt aber weiterhin unter der Marke von 100 Punkten, ab der von einer positiven Gesamtstimmung gesprochen werden kann.
Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, erklärt: „Es ist eine von der Industrie getragene leichte Erholungstendenz zu erkennen. Das ist ein kleiner Hoffnungsschimmer. Von einer nachhaltigen Trendwende kann jedoch nicht gesprochen werden – die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt.“

Geschäftslage und Erwartungen

Die aktuelle Geschäftslage wird von 22 Prozent der Unternehmen als gut, von 51 Prozent als befriedigend und von 27 Prozent als schlecht bewertet. Der daraus resultierende Saldo bleibt mit minus 5 Prozentpunkten weiterhin im negativen Bereich. Für die kommenden zwölf Monate erwarten 55 Prozent der Unternehmen eine weitgehend gleichbleibende Entwicklung. Rund ein Viertel rechnet mit einer Verschlechterung der Geschäftstätigkeit, während lediglich jedes fünfte Unternehmen von einem spürbaren Aufschwung ausgeht.
Konjunkturklima

Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen größtes Risiko

Als größtes Geschäftsrisiko nennen die Unternehmen erneut die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (62 Prozent). Deutlich an Bedeutung gewonnen haben zudem die Arbeitskosten (61 Prozent). Der Inlandsabsatz macht mit 59 Prozent der Nennungen weiterhin große Sorgen.
„Schlechte Rahmenbedingungen, hohe Arbeitskosten und ein stockender Inlandabsatz sind ein gefährlicher Risikomix und bremsen die Konjunktur. Hier muss die Politik Vertrauen zurückgewinnen und dringend handeln“, betont Rössel.
Geschäftsrisiken

Investitionen, Beschäftigung und Branchen

Die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen sind im Saldo weiter negativ. Ein Viertel der Betriebe plant höhere Investitionen, knapp ein Drittel rechnet mit sinkenden Ausgaben. 11 Prozent planen einen Aufbau und 25 Prozent einen Abbau von Beschäftigung. 64 Prozent der Unternehmen erwarten eine stabile Beschäftigtenzahl.
In der Industrie verbessert sich das Geschäftsklima spürbar. Der IHK-Konjunkturklimaindex steigt auf 96 Punkte, größtes Risiko bleiben die Arbeitskosten. Die Dienstleistungsbranche erreicht mit 98 Punkten den höchsten Branchenwert, während der Handel trotz leichter Verbesserung mit 79 Punkten weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt liegt.
„Die Ergebnisse zeigen, dass die Unternehmen weiterhin vor erheblichen Herausforderungen stehen. Für mehr Vertrauen, Beschäftigung und Investitionen braucht es jetzt auf allen politischen Ebenen verlässliche, wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen“, so Rössel abschließend.
Erwartungen

Indikatorpunkte

Die Konjunkturumfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz lief von 2. Januar bis 23. Januar 2026. Beteiligt waren 1.046 Unternehmen aller Größen und Branchen mit insgesamt rund 208.000 Beschäftigten.