Außenwirtschaft Aktuell

Ausgabe Mai 2026

EU - Anwendung EU-Mercosur-Übergangshandelsabkommen

Das EU-Mercosur-Übergangshandelsabkommen tritt am 1. Mai 2026 vorläufig in Kraft.

FRANKREICH - Verteidigungssektor greift nach den Sternen

Frankreichs Verteidigungsbranche investiert. Drohnen, Robotik und Weltraum stehen im Fokus. Auch deutsche Unternehmen engagieren sich. Frankreich rüstet auf. Die französische Regierung investiert trotz massiver Verschuldung und Sparzwang. Gut 57 Milliarden Euro, 9 Prozent mehr als noch im Vorjahr, fließen 2026 in das Verteidigungsbudget. „Ohne leistungsfähige Verteidigungsindustrie sind wir zu militärischer Abhängigkeit verurteilt“, warnte Präsident Macron im März 2026.

INDIEN - Wasserknappheit bedroht das wirtschaftliche Wachstum

Der Investitionsbedarf im indischen Wassersektor ist enorm, doch den Kommunen fehlen oft die Mittel. Die Industrie ist an Recyclingtechnologien interessiert. Mit über 1,4 Milliarden Einwohnern beherbergt Indien fast ein Fünftel der Weltbevölkerung, verfügt aber nur über 4 Prozent der weltweiten Trinkwasserressourcen. Der Klimawandel wird die Situation verschärfen: Laut der Water Resources Group wird die Wassernachfrage das Angebot bis 2030 voraussichtlich um fast 50 Prozent übersteigen.

KASACHSTAN - Wirtschaft zeigt sich unbeeindruckt von Nahostkrieg

Kasachstan setzt seinen Wachstumskurs dank sprudelnder Öleinnahmen fort. Inflation, Lieferkettenprobleme und die Abhängigkeit von Rohstoffen setzten das Land aber unter Druck.

PERU - Was hat China in Peru vor?

Peru steht exemplarisch für Chinas Strategie in Lateinamerika. GTAI beleuchtet Chinas Rolle im Land - und was das für deutsche Firmen bedeutet.

POLEN - Staatsfirmen sollen bei heimischen Lieferanten kaufen

Bereits seit einiger Zeit sucht Polen nach Wegen, um mehr öffentliche Aufträge an heimische Unternehmen zu vergeben. Jetzt nimmt die Regierung große Staatsfirmen in die Pflicht.

UNGARN - Machtwechsel: Unternehmen hoffen auf Reformen

Nach dem Wahlsieg von Tisza steht die Wirtschaftspolitik vor einem Neustart. Die Sanierung der Staatsfinanzen wird zur ersten Bewährungsprobe. Der Orbán-Herausforderer Péter Magyar steuert nach der Parlamentswahl am 12. April 2026 auf einen Erdrutschsieg zu. Seine Tisza-Partei könnte mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament regieren. Während Orbán den Ukraine-Krieg ins Zentrum seiner Kampagne stellte, konzentrierte sich Magyar auf innenpolitische Themen und adressierte die Alltagssorgen vieler Menschen in Ungarn. Er kritisierte Korruption im Umfeld der Regierungspartei und machte sie für Probleme im Gesundheits- und Bildungssystem sowie für die schwache wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich.

USA - Stahlmarkt profitiert von Zöllen, Importe brechen ein

Dank hoher Zölle steigern US-Stahlhersteller ihre Umsätze trotz schwächelnder inländischer Nachfrage. Bei Spezialprodukten bleibt das Land von Einfuhren abhängig. Die US-Stahlindustrie zählt zu den Hauptprofiteuren der Handelspolitik von Donald Trump. Dies spiegelt sich in den deutlich gesunkenen Importen wider. Im Jahr 2025 gingen die Stahleinfuhren laut dem American Iron and Steel Institute (AISI) um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf gut 25 Millionen Tonnen zurück. Bei Fertigerzeugnissen belief sich der Rückgang sogar auf 17 Prozent. Die Importquote sank von 23 auf 18 Prozent. Im Gegenzug steigerten die US-Stahlhersteller ihren Absatz im Jahr 2025 um 5 Prozent auf gut 91 Millionen Tonnen.

USA - Die USA weiten ihre Halbleiterprojekte deutlich aus

Obwohl Trump dem Chips Act kritisch gegenübersteht, nimmt das Investitionstempo weiter zu. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnten sich die jährlichen Ausgaben nahezu verdoppeln. An Superlativen mangelt es in der US-Halbleiterindustrie nicht: Für die KI-Chips Blackwell und Rubin stellte Nvidia-Gründer Jensen Huang auf der GTC-Konferenz im März 2026 in San Jose kumulierte Bestellungen in Höhe von 1 Billion US-Dollar (US$) bis 2027 in Aussicht.