Ausgabe Januar 2026

BULGARIEN - Einführung des Euro zum 1. Januar 2026

Zum 1. Januar 2026 hat Bulgarien offiziell den Euro eingeführt und ist damit als 21. Mitgliedstaat der Eurozone der gemeinsamen Währung beigetreten. Dieser Schritt ist nicht nur ein politisches Signal der europäischen Integration, sondern hat auch konkrete Auswirkungen auf Unternehmen in Bulgarien und internationale Geschäftspartner. Die Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer (AHK Bulgarien) hat in einer Veröffentlichung zusammengestellt, was Unternehmen jetzt wissen müssen.

EU fördert Investitionen in Beitrittskandidatenländern

Die Europäische Union koppelt ihre geopolitischen Ziele stärker an konkrete Investitionsprogramme. Das zeigen zum einen die jüngsten politischen Debatten zur EU-Erweiterung. Zum anderen legen die Mitgliedsländer auch in den Ausschüssen der EU-Kommission zum Instrument für Heranführungshilfe (IPA III) und zum Instrument für Nachbarschaft, Entwicklung und internationale Zusammenarbeit (NDICI) einen stärkeren Fokus auf eine strategischere Ausrichtung der Programme. Dadurch ergeben sich neue Marktchancen für Unternehmen unter anderem in Südosteuropa, der Türkei und angrenzenden Regionen.

INDIEN - IT-Ausgaben wachsen 2026 zweistellig

In Anbetracht der hohen Ausgaben bleibt Informationstechnologie (IT) in Indien ein aussichtsreiches Feld. Die Wachstumsraten sind in fast allen Teilbereichen zweistellig. Insbesondere generative Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in Unternehmen in Indien und wird zunehmend ein notwendiger Bestandteil, um Software und IT-gestützte Anwendungen vor Ort absetzen zu können. Zudem gehen Experten von einem wachsenden Bedarf an Lösungen im Bereich IT-Sicherheit und Prozessautomatisierung aus. Dabei richten Käufer ihre Aufmerksamkeit primär auf die Frage, inwiefern die angebotenen Produkte zur Steigerung der betrieblichen Effizienz beitragen.

INDIEN - Neues E-Visum in Bezug auf Investitionen eingeführt

Indien stellt ausländischen Fachkräften, die im Rahmen von investitions- und produktionsbezogenen Aktivitäten für kurze Zeit nach Indien gehen, nun ein spezielles elektronisches Geschäftsvisum zur Verfügung: das sogenannte e-Production Investment Visa. Bislang ist dieses Visum bereits als B-4-Visum (Production Investment Business Visa) verfügbar gewesen. Der nun ausschließlich digitale Prozess soll die Einreise ausländischer Fachkräfte erleichtern. Bestimmte indische Unternehmen können fortan die für die Visumbeantragung erforderlichen Einladungsschreiben (Sponsorship Letter) für ausländische Fachkräfte (zum Beispiel Ingenieure) online mit den Unternehmensangaben etc. über die sogenannte NSWS-Plattform (National Single Window System) generieren lassen.

ISRAEL - Photonikbranche bietet Geschäftschancen

Israel setzt auf Schlüsseltechnologien und exportiert viele Photonikprodukte. Zugleich ist der Importbedarf hoch – deutsche Anbieter punkten besonders mit Präzisionslösungen. Israel hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen internationalen Standort für Photonik entwickelt. Die Nachfrage nach Photonikprodukten dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen. Dies wird auch die Einfuhr beleben und deutschen Anbietern zusätzliche Geschäftschancen eröffnen. Deutsche Hersteller sind vor allem bei hochpräzisen Anwendungen stark positioniert, bei technisch weniger komplexen Produkten dagegen schwächer vertreten.

NORDAFRIKA investiert in Anlagen für die Nahrungsmittelindustrie

Ägyptens steigende Exporte von Lebensmitteln führen zu Investitionen in alle Stufen der Wertschöpfungskette. Marokkos Rolle als Knotenpunkt der Maghreb-Agroindustrie wird gestärkt. Das Land investiert in Effizienzsteigerung und Umweltschutz in der Agroindustrie. Algerien strebt bei Zucker eine Eigenversorgung an.

POLEN investiert in Gaskraftwerke

Polen setzt beim Umbau seiner Energieversorgung zunehmend auf Erdgas. Nach Angaben des Netzbetreibers Gaz-System soll der jährliche Gasverbrauch bis 2031 um mehr als 50 Prozent steigen, auf rund 28,5 Milliarden Kubikmeter. Erdgas gilt als Brückentechnologie, um die Abhängigkeit von Kohle zu verringern. Für diese Strategie braucht das Land neue Kraftwerke, Leitungen und Importterminals. Deutsche Anbieter können sich mit Know-how und Spezialtechnik einbringen.

SERBIEN - Industrie benötigt mehr moderne Maschinen

Serbien entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Produktionszentrum vor der Haustüre der EU. Zugpferd der verarbeitenden Industrie bleibt - trotz der seit 2024 anhaltenden Krise in Deutschland - die Autozulieferindustrie. Verlagerten europäische Lieferanten zunächst einfache, aber arbeitsintensive Tätigkeiten ins Land, geht aktuell der Trend hin zur Herstellung von Hightechprodukten mit einer tiefergehenden Wertschöpfung.
Gefertigt wird vor allem für den EU-Markt. Obwohl Serbien noch kein Mitglied ist, ermöglicht das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen, das seit 2013 in Kraft ist, die zollfreie Einfuhr zahlreicher Vorprodukte und Industriegüter. Von 2013 bis 2024 haben sich die Exporte von Hightechprodukten aus Serbien auf 1,3 Milliarden Euro mehr als verfünffacht. Zudem stehen Metallwaren, Kunststoffteile sowie Elektronik "Made in Serbia" bei deutschen Industriebetrieben hoch im Kurs.

UKRAINE führt EU-Maschinenstandards ab 2027 ein

Die Ukraine harmonisiert ihre Vorschriften für Maschinen mit EU-Standards. Am 9. Dezember 2025 hat das ukrainische Kabinett ein neues Technisches Reglement für Maschinen verabschiedet. Die Verordnung basiert auf der EU-Verordnung (EU) 2023/1230 vom 14. Juni 2023 und markiert einen entscheidenden Schritt zur Umsetzung der Assoziierungsagenda sowie zur Vorbereitung des Abkommens über die Konformitätsbewertung und Anerkennung von Industrieprodukten (ACAA, "Industrie-Binnenmarkt“). Das neue Reglement berücksichtigt aktuelle Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen, die Integration von KI-Technologien, digitale Produktionsprozesse und den Bedarf an robustem Cybersecurity-Schutz.

UKRAINE will Unternehmen gegen Kriegsrisiken besser absichern

Ein neues staatlich gestütztes Programm mindert ab Januar 2026 Kriegsrisiken für ukrainische Firmen – und verbessert die Rahmenbedingungen für deutsche Lieferanten und Investoren: Zum 1. Januar 2026 führt die Ukraine ein Programm zur Absicherung von Kriegsrisiken für Unternehmen ein. Es soll Sachwerte gegen kriegsbedingte Schäden schützen und die Kosten von Kriegsrisikoversicherungen begrenzen. Das Programm wird von der staatlichen Exportkreditagentur verwaltet. Es kombiniert Entschädigungszahlungen mit Zuschüssen zu Versicherungsprämien.
Die erste Säule richtet sich an Unternehmen in Hochrisikoregionen. Sie bietet eine Teilkompensation für zerstörte oder beschädigte Gebäude, Anlagen, Infrastruktur und bestimmte Ausrüstung bis zu einem Wert von 10 Millionen UAH (UAH; etwa 201.400 Euro) pro Unternehmen. Die zweite Säule gilt landesweit und reduziert die Kosten von Sachversicherungen, die ausdrücklich Kriegsrisiken einschließen.

VAE - Nachhaltiges Bauen und Energieeffizienz im Hochbau

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) investieren massiv in energieeffiziente Gebäude. Für deutsche KMU entstehen daraus wachsende Marktchancen im Bau- und Sanierungssektor. Die VAE haben in den letzten Jahrzehnten einen beispiellosen Bauboom erlebt. Vor allem in Metropolen wie Dubai und Abu Dhabi sind ganze Stadtteile entstanden. Viele dieser Gebäude sind inzwischen 25 bis 40 Jahre alt und entsprechen nicht mehr heutigen Standards für Energieeffizienz. Statt auf Abriss setzen die Emirate zunehmend auf Sanierung und technische Nachrüstung. Für deutsche kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) eröffnen sich dadurch interessante Geschäftsmöglichkeiten in einem wachsenden Markt.

ZENTRALASIEN - Neue internationale Finanzinstitution mit Fokus Zentralasien

Im 1. Quartal 2026 nimmt der Turkic Investment Fund (TIF) seine operative Arbeit auf. Schwerpunktthemen sind unter anderem Konnektivität und Nachhaltigkeit in Zentralasien. Mit dem TIF taucht 2026 ein neuer Geber in der zentralasiatischen Förderlandschaft auf. Die Finanzorganisation wurde bereits 2023 auf einem Gipfel der Organisation der Turkstaaten (OTS) gegründet, nimmt ihre operativen Geschäfte aber erst im 1. Quartal 2026 auf. In Zentralasien wird sie in Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan aktiv sein. Hinzu kommen die westasiatischen Turkstaaten Türkei und Aserbaidschan sowie EU-Mitglied Ungarn, das gleichzeitig auch der OTS angehört. Der TIF hat sich laut eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, die wirtschaftliche Kooperation und den Handel zwischen den Turkstaaten zu stärken, die Infrastruktur zu verbessern sowie nachhaltige Vorhaben zu fördern. Hierfür ist gegenwärtig eine Projektpipeline in Arbeit.