Umwelt und Energie
Geplantes CO₂-Exportterminal in Bremen
Das Projekt wird vom Joint Venture Carbonbridge, einer Zusammenarbeit des Brennstoffhändlers Ambrian Energy und des Industriegasspezialisten Messer, entwickelt. Geplant ist die Errichtung der Infrastruktur auf einem rund drei Hektar großen Grundstück im Hafengebiet Bremen.
Ziel des Vorhabens ist es, abgeschiedenes CO₂ aus industriellen Prozessen aufzunehmen, zwischenzulagern und für den Transport zu CO₂-Speicherstätten, insbesondere unter dem Grund der Nordsee, bereitzustellen. Als potenzielle Nutzer der Anlage werden unter anderem Unternehmen der Abfallwirtschaft sowie der Baustoffindustrie genannt.
Das Projekt wird von Bund und Land Bremen gefördert. Die öffentliche Förderung beläuft sich auf insgesamt 30 Mio. Euro, davon 9 Mio. Euro aus Landesmitteln.
Nach Angaben der Projektpartner soll das Terminal im Vollausbau jährlich bis zu 3 Mio. Kubikmeter CO₂ umschlagen können. Die Anbindung auf der Landseite ist über eine direkte Bahnverbindung mit drei parallelen Entladegleisen vorgesehen. Dadurch sollen bis zu 18 Kesselwagen gleichzeitig entladen werden können. Das Terminal soll außerdem als Zwischenlager für CO₂ dienen.
Auf der Seeseite ist die Abfertigung von Schiffen mit einer Kapazität von bis zu 30.000 Tonnen vorgesehen. Langfristig wird zudem eine Anbindung an ein mögliches CO₂-Pipelinenetz in Norddeutschland geprüft.
Die Vermarktung der Infrastruktur soll über ein sogenanntes „CCS-as-a-Service“-Modell erfolgen. Dieses umfasst nach Angaben der Projektpartner verschiedene Dienstleistungen entlang der Transport- und Logistikkette, darunter Verladung, Zwischenlagerung und Transport.
Neben Bremen werden auch an anderen norddeutschen Standorten, darunter Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Hamburg, Planungen für CO₂-Umschlag- und Exportterminals verfolgt. Die Projekte stehen im Zusammenhang mit dem erwarteten Ausbau von Carbon-Capture-and-Storage-(CCS)-Anwendungen zur Reduzierung von industriellen CO₂-Emissionen.
Quelle: DIHK
