Themen
EU-Klimafortschrittsbericht 2025
In der EU sanken die Emissionen 2024 um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Jedoch zeigt der Klimafortschrittsbericht 2025: für Politik und Wirtschaft bleibt viel zu tun – auch in Deutschland.
Während aus Sicht der EU erneuerbare Energien, grüne Investitionen und das Klimaanpassungsgesetz Hoffnung geben, bremsen der Verkehrssektor und schwache CO₂-Senken die Zielerreichung. Laut Klimafortschrittsbericht 2025 sanken die Treibhausgasemissionen in der EU im Jahr 2024 um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und lagen damit 37,2 Prozent unter dem Niveau von 1990. Gleichzeitig wuchs das Bruttoinlandsprodukt in dem Zeitraum um 71 Prozent, was laut Bericht auf eine Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Emissionen hindeutet. Besonders im Energiesektor wurden deutliche Rückgänge verzeichnet, allen voran im Stromsektor mit einem Minus von 10,7 Prozent. Der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie mit einem Plus von 19 Prozent, trug aus Sicht der EU maßgeblich dazu bei, den Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle und Gas um 12 beziehungsweise 8 Prozent zu reduzieren.
Für die weitere Transformation des Energiesystems werden laut Bericht bis 2030 jährlich Investitionen in Höhe von rund 565 Milliarden Euro benötigt. Die Schwerpunkte liegen dabei auf dem Ausbau erneuerbarer Energien, der Modernisierung der Stromnetze sowie der Gebäudesanierung. Im Jahr 2024 erreichten grüne Anleihen in der EU ein Rekordvolumen von 314 Milliarden Euro, was die wachsende Bedeutung nachhaltiger Finanzierungsinstrumente unterstreicht.
Trotz dieser Fortschritte bleiben Herausforderungen bestehen. Der Verkehrssektor bleibt einer der größten Emittenten, mit einem Anstieg der Emissionen um 0,7 Prozent im EU-Inland und sogar 3 Prozent im internationalen Verkehr. In der Industrie zeigten sich sektorale Unterschiede: Während die prozessbedingten Emissionen in der Chemieindustrie um 8,2 Prozent stiegen, verzeichnete der Mineraliensektor, einschließlich der Zementproduktion, einen Rückgang um 2,5 Prozent. Besonders problematisch ist die Situation bei der Landnutzung, wo die natürlichen Kohlenstoffsenken als fragil eingestuft werden und zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, um die gesteckten Ziele zu erreichen.
In Deutschland werden zwar Innovationen wie die CO₂-Abscheidung im Zementsektor und der Ausbau von Wasserstofftechnologien als positive Beispiele genannt. So konnte sich das deutsche Projekt CO2LLECT im EU-Wettbewerb durchsetzen und sicherte sich eine Förderung von 157 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds. Gemeinsam mit Österreich und Spanien wurden zudem 836 Millionen Euro bereitgestellt, um nationale Wasserstoffprojekte zu fördern. Dennoch gibt es erhebliche Defizite: Laut Prognosen gehört Deutschland neben Irland und Malta zu den Ländern mit den größten Lücken bei den Zielen für die Lastenverteilung bis 2030. Ohne zusätzliche Maßnahmen wird eine Zielverfehlung von rund 13 Prozentpunkten erwartet, was vor allem auf den Verkehrssektor zurückzuführen ist.
Auch bei der Elektromobilität zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar liegt Deutschland mit 22 Prozent Neuzulassungen von batteriebetriebenen Elektroautos und Plug-in-Hybriden über dem EU-Durchschnitt von 14,5 Prozent, doch im Vergleich zu skandinavischen Ländern wie Dänemark, das eine Quote von 52 Prozent aufweist, bleibt hier noch erheblicher Nachholbedarf. Bei den Zielen der Effort Sharing Regulation (ESR) wird für Deutschland eine Zielverfehlung von 8 Prozentpunkten prognostiziert, während Länder wie Portugal und Griechenland ihre Ziele voraussichtlich erreichen oder sogar übertreffen werden.
Eine weitere Herausforderung stellt die Landnutzung dar. Während die EU ihr Ziel von minus 42 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten bis 2030 voraussichtlich um 40 bis 55 Millionen Tonnen verfehlen wird, weist Deutschland bereits für den Zeitraum 2021 bis 2023 ein Defizit von 4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten auf. Dieses Defizit muss durch zusätzliche Einsparungen in anderen Sektoren, wie Verkehr oder Gebäuden, ausgeglichen werden.
Insgesamt zeigt der Bericht, dass zwar Fortschritte gemacht werden, aber weitere Anstrengungen notwendig sind, um die Klimaziele zu erreichen. Eine drohende Zielverfehlung in Deutschland könnte mit zusätzlichen Maßnahmen begegnet werden, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Unternehmen.
Quelle: DIHK
