Pressemitteilung vom 24.03.2026
IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz stellt Going International 2026 vor
Unternehmen spüren wachsende Belastungen im Auslandsgeschäft
Eine Mehrheit der Unternehmen in Rheinland-Pfalz beobachtet wachsende Hürden im Auslandsgeschäft – vor allem dort, wo Prozesse komplexer werden, Regelungen kleinteiliger ausfallen und Anforderungen schwerer planbar sind. Das zeigt die Umfrage Going International 2026 der Industrie- und Handelskammern. Demnach wird das internationale Geschäft für Betriebe zunehmend herausfordernd – als Hürden werden vor allem wachsende Handelshemmnisse und administrative Anforderungen genannt. Die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz sieht darin ein deutliches Signal: Für ein exportorientiertes Bundesland sind verlässliche Regeln, schnelle Verfahren und offene Marktzugänge zentrale Standortfaktoren – und damit eine gemeinsame Aufgabe von Land, Bund und Europäischer Union.
„Unsere Unternehmen brauchen vor allem verlässliche und planbare Rahmenbedingungen – und weniger Bürokratie. Die Politik muss dort entlasten, wo sie kann, und Verfahren spürbar beschleunigen“, sagt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Das Land sollte die Außenwirtschaftsförderung gezielt stärken und Unternehmen konkret unterstützen. Der Bund muss Genehmigungs- und Prüfprozesse schneller und verlässlicher gestalten. Und die Europäische Union sollte Bürokratie abbauen und mit weiteren Handelsabkommen für klare und möglichst schlanke Regeln im internationalen Handel sorgen.“
In der Umfrage berichten viele Betriebe, dass die Belastungen weniger auf einzelne Faktoren zurückzuführen sind, sondern vor allem auf das Zusammenspiel aus steigenden Nachweis- und Dokumentationspflichten, längeren Verfahren und wachsender Unsicherheit in wichtigen Zielmärkten. Gerade exportorientierte Unternehmen in Rheinland-Pfalz trifft das besonders, da sie in hohem Maße auf offene Märkte, stabile Lieferketten und effiziente Abläufe angewiesen sind.
Die Befragung lief noch vor Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten am 28. Februar 2026. Die angespannte Sicherheitslage in der Region beeinträchtigt seither zusätzlich zentrale Lieferketten rheinland-pfälzischer Unternehmen, die auf stabile und planbare See- und Luftfrachtrouten angewiesen sind. Im Nahen und Mittleren Osten liegen mehrere strategisch wichtige Meerengen und logistische Knotenpunkte, über die ein erheblicher Teil des internationalen Warenverkehrs abgewickelt wird. Störungen dieser Verkehrswege stellen Unternehmen vor erhebliche logistische und finanzielle Herausforderungen. Zugleich ist die Region für die Energieversorgung und damit für die Energiekosten in Deutschland von großer Bedeutung – hohe Energiepreise sind bereits heute ein gravierender Wettbewerbsnachteil für die heimische Industrie.
Über Going International
Die Umfrage „Going International“ wird seit 2012 jährlich von der IHK-Organisation erhoben. An der bundesweit einheitlichen Befragung beteiligten sich für 2026 genau 2.419 Unternehmen, darunter 195 aus Rheinland-Pfalz (Befragungszeitraum: 2. bis 13. Februar 2026). Sie zeichnet ein aktuelles Lage- und Stimmungsbild der exportorientierten Wirtschaft und liefert wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Serviceangeboten und Interessenvertretung. Die komplette Umfrage findet sich unter www.ihk-rlp.de/going-international-2026.
