Pressemitteilung vom 21.04.2026

Nahost‑Krise belastet Wirtschaft: Unternehmen kämpfen mit steigenden Kosten und wachsenden Unsicherheiten

IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz veröffentlicht Landesauswertung zu Blitzumfrage
Die rheinland-pfälzische Wirtschaft ist durch die Krise im Nahen Osten bereits spürbar belastet. Das zeigt eine bundesweite Blitzumfrage der IHK-Organisation, an der sich mehr als 150 auslandsaktive Unternehmen aus Rheinland-Pfalz beteiligt haben. Demnach berichten 87 Prozent der Befragten von negativen Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit. Als wichtigste Belastungsfaktoren nennen die Unternehmen gestiegene Fracht- und Transportkosten (81 Prozent), gefolgt von höheren Rohstoff- und Materialkosten (67 Prozent) sowie steigenden Energiekosten (65 Prozent). Zudem berichten 46 Prozent von Lieferengpässen und Verzögerungen, was auf weiterhin fragile internationale Lieferketten hindeutet. Liquiditätsengpässe spielen mit 9 Prozent derzeit noch eine untergeordnete Rolle.
„Die Unternehmen in Rheinland‑Pfalz sind belastet, aber handlungsfähig“, sagt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland‑Pfalz. „Dennoch zeigen die Ergebnisse der Blitzumfrage klar: Anhaltende Kostensteigerungen und Unsicherheiten bremsen Investitionen und gefährden die wirtschaftliche Dynamik. Umso wichtiger sind verlässliche Rahmenbedingungen und Entlastungen für die Betriebe.“
Beeinträchtigung
Trotz dieser Beeinträchtigungen bleibt die Versorgungslage bislang relativ stabil: Nur
14 Prozent der Unternehmen berichten von akuten Engpässen bei Rohstoffen oder Vorprodukten, während 86 Prozent aktuell nicht unmittelbar betroffen sind.
Als Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen werden Preisanpassungen mit 57 Prozent am häufigsten genannt. Zudem verstärken viele Betriebe ihr Risikomanagement und Monitoring (49 Prozent), um schneller auf weitere Entwicklungen reagieren zu können. Gleichzeitig führen die bestehenden Unsicherheiten dazu, dass Investitionen und Projekte bei einem Drittel der Unternehmen verzögert werden. Produktions- oder Angebotseinschränkungen bleiben mit 11 Prozent bislang eher die Ausnahme, ebenso wie Unternehmen, die gar nicht reagieren (11 Prozent).
Reaktion
Insgesamt zeichnen die Ergebnisse ein Bild einer deutlich belasteten, aber anpassungsfähigen Wirtschaft, macht die IHK-Arbeitsgemeinschaft deutlich. Die größten Herausforderungen liegen derzeit in den Kostensteigerungen und logistischen Unsicherheiten, während strukturelle Versorgungsengpässe bislang noch begrenzt sind. Die Reaktionen der Unternehmen zeigen jedoch, dass sie sich bereits auf eine möglicherweise länger anhaltende Krisensituation einstellen.
Die Umfrage wurde in der Zeit vom 13. April bis 15. April 2026 durchgeführt. Teilgenommen haben 166 auslandsaktive Unternehmen aus Rheinland-Pfalz.