Pressemitteilung vom 02.11.2026
Gastgewerbe: Gute Sommersaison, aber wachsende Zukunftssorgen
IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz fordert bessere Rahmenbedingungen für Hotels und Gastronomie
Die gute Sommersaison hat die Stimmung im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe verbessert. Dank des anhaltend schönen Wetters und einer guten Nachfrage bewerten viele Hotels und Gastronomiebetriebe ihre aktuelle Geschäftslage positiver als noch im Frühjahr. Dennoch wächst die Sorge um die wirtschaftliche Zukunft der Branche. Das zeigt eine Sonderauswertung der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.
Demnach beurteilen 28 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut, weitere 46 Prozent als befriedigend. Deutlich pessimistischer fällt der Blick auf die kommenden zwölf Monate aus: Nur 8 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, während 34 Prozent eine Verschlechterung erwarten.
„Hotels und Restaurants haben von einer insgesamt guten Sommersaison profitiert. Doch die Unsicherheit bleibt groß“, sagt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Steigende Kosten, fehlende Fachkräfte und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen belasten die Betriebe. Das erschwert Investitionen und die langfristige Planung.“
Hohe Kosten und Fachkräftemangel belasten die Betriebe
Die größten Sorgen bereiten den Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise. 93 Prozent der befragten Betriebe sehen darin ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. An zweiter Stelle stehen die Arbeitskosten, die 74 Prozent der Unternehmen als Belastung nennen. Mehr als die Hälfte der Betriebe betrachtet zudem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Geschäftsrisiko. Auch der Fachkräftemangel bleibt eine große Herausforderung. 43 Prozent der Unternehmen sehen darin ein Risiko für ihren Betrieb. Gleichzeitig geben 42 Prozent an, offene Stellen über längere Zeit nicht besetzen zu können.
„Viele der aktuellen Probleme können die Unternehmen nicht aus eigener Kraft lösen“, sagt Jan Heidemanns, tourismuspolitischer Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Steigende Kosten und fehlende Arbeitskräfte schränken ihre Entwicklungsmöglichkeiten ein. Wenn deshalb notwendige Investitionen ausbleiben, gefährdet das langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Die Politik muss deshalb die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Unternehmen wieder leichter investieren und wachsen können.“
IHK fordert weniger Bürokratie und schnellere Verfahren
Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen die Forderungen der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz in ihren neuen tourismuspolitischen Leitlinien. Darin beschreibt die IHK-Organisation, welche politischen Maßnahmen notwendig sind, um den Tourismusstandort Rheinland-Pfalz langfristig zu stärken. Im Mittelpunkt stehen der Abbau von Bürokratie, die Sicherung von Fach- und Arbeitskräften sowie schnellere Genehmigungs- und Gründungsverfahren. Auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur soll vorangetrieben werden. Ziel ist es, die Unternehmen im Alltag zu entlasten und ihnen mehr Spielraum für Investitionen und die Weiterentwicklung ihrer Angebote zu geben.
„Gerade kleine und mittelständische Betriebe brauchen mehr Freiräume, um sich auf ihre Gäste und die Weiterentwicklung ihrer Unternehmen konzentrieren zu können“, betont Heidemanns. „Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Rheinland-Pfalz. Damit das so bleibt, brauchen Hotels und Gastronomiebetriebe verlässliche Rahmenbedingungen und weniger bürokratische Hürden.“
Zur Umfrage
Die Ergebnisse stammen aus einer Sonderauswertung der Konjunkturumfrage Herbst 2026 der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. Rund 100 Unternehmen aus dem Gastgewerbe haben sich an der Befragung beteiligt. Sie wurden zu ihrer aktuellen Geschäftslage, ihren Erwartungen für die kommenden zwölf Monate und den größten wirtschaftlichen Herausforderungen befragt.
