Corona-Sonderumfrage des AHK World Business Outlook

Pandemie bleibt enorme Belastung für deutsche Wirtschaft im Ausland


Welch gewaltige Ausmaße die Corona-Krise für die deutschen Unternehmen mit Auslandsgeschäft hat, zeigt die Sonderbefragung des "AHK World Business Outlook", einer Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs).

Das Ausmaß der Krise ist gewaltig

“83 Prozent der Befragten beklagen Umsatzeinbrüche, 15 Prozent sogar mindestens eine Halbierung ihres Jahresumsatzes”,
zeigt sich der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, besorgt.
Von den Reiseeinschränkungen sehen sich derzeit 63 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland betroffen – etwas weniger als in der Vorgängerumfrage von April (69 Prozent). Im Tourismus leiden naturgemäß überproportional viele Anbieter (91 Prozent) unter den Reiseeinschränkungen, aber auch in der Industrie liegt die Quote der Betroffenen mit 67 Prozent über dem Schnitt.
“Gleichzeitig wächst die Sorge um die Nachfrage”,
warnt Treier. Hatten im April noch 57 Prozent rückläufiges Interesse an Produkten und Dienstleistungen beklagt, sind es im Juli 59 Prozent.

Die Krise verändert die Geschäfte

“Die Investitionsbereitschaft ist nochmals deutlich abgesackt”,
bedauer Treier. 56 Prozent der deutschen Unternehmen (April: 35 Prozent) beabsichtigen, in der kommenden Zeit an ihren internationalen Standorten weniger zu investieren. Lediglich 10 Prozent planen zusätzliche Investitionen. 38 Prozent der Betriebe suchen zudem nach neuen Lieferanten, vorzugsweise im gleichen Land oder aber insbesondere in Europa. Für 22 Prozent kommt aufgrund der aktuellen Krise eine Verlagerung von Standorten oder der eigenen Produktion in Betracht – in der Mehrheit auch hier innerhalb des jeweiligen Landes. Etliche Unternehmen planen aber auch mit einer Rückverlagerung nach Deutschland und an andere Standorte in der Europäischen Union beziehungsweise in deren Nähe.
“Die Krise verändert die Geschäfte und perspektivisch auch die Lieferketten”,
beschreibt der DIHK-Außenwirtschaftschef die Entwicklung.

Die Krise dauert lange

Wenig optimistisch äußerten sich die Umfrageteilnehmer zu der Frage, wann mit einer weltweiten konjunkturellen Erholung zu rechnen sei: 93 Prozent erwarten dies frühestens für 2021 oder sogar später. 
“Die Krise wird uns noch lange beschäftigen”,
fasst Treier die Umfrageergebnisse zusammen, die Sie hier abrufen können: