Konjunkturumfrage Herbst 2021

Rohstoffpreise und Fachkräftemangel bremsen Konjunkturaufschwung

Die rheinland-pfälzische Wirtschaft erholt sich von den wirtschaftlichen Folgen der Corona‑Pandemie. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) hervor, die sich auf Antworten von 1.072 Unternehmen mit rund 200.000 Beschäftigten stützt.
Konjunktur Herbst ARGE Branchenvergleich

Handels- und Dienstleistungskonjunktur zieht kräftig an
Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die Beurteilung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage in einem Wert darstellt, springt um 11 Punkte auf nun 115 Punkte. Damit erreicht der IHK-Konjunkturklimaindikator, zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona‑Pandemie, das eher schwache Vorkrisenniveau vom Winter 2019/20 (113 Punkte). Die erfreuliche Entwicklung des Konjunkturklimas lässt sich auf eine deutlich verbesserte Beurteilung sowohl der Geschäftslage als auch der Geschäftserwartungen zurückführen. Mögliche Wachstumsimpulse vermögen die Investitionsabsichten der Unternehmen zu liefern. Auch die Beschäftigungsbereitschaft nimmt sukzessive zu. Im Zuge der weiteren Lockerung von Corona-Maßnahmen hat sich die wirtschaftliche Erholung insbesondere in der Handels- und Dienstleistungsbranche aktiviert. Die Erholung in der Industrie besteht fort, wird derzeit jedoch aufgrund der weiterhin bestehenden Lieferengpässe in ihrer Dynamik gebremst.
Risiken Herbst ARGE Branchenvergleich

Konjunkturrisiken: Rohstoffpreise, Fachkräftemangel, Corona
Die Energie- und Rohstoffpreise haben sich aktuell über alle Branchen zu einem erheblichen Risikofaktor (65 Prozent) entwickelt und setzen insbesondere die Industrie unter Druck. Mit der breiten Erholung der Wirtschaft rückt der Fachkräftemangel zunehmend in den Fokus der rheinland-pfälzischen Unternehmen (58 Prozent). Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie fällt mit 48 Prozent der Unternehmensantworten auf den dritten Platz der Risiko-Skala.
Salden und Erwartungen ARGE Branchenvergleich

Was die Politik tun kann

  1. Energiewende zügig vorantreiben sowie zuverlässige Rahmenbedingungen im Energiebereich schaffen. Um unabhängiger von fossilen Rohstoffen zu werden, muss die Kapazität der erneuerbaren Energieerzeugung erhöht werden und die Wirtschaft beim Strompreis durch Reform der Steuern und Abgaben sowie der Etablierung von Carbon Contracts for Difference entlastet werden.
  2. Möglichkeiten zur Fachkräftesicherung ausschöpfen, zum Beispiel mit der Stärkung und Weiterentwicklung der dualen Ausbildung, Förderung von Berufsschulen oder das Vorantreiben der Digitalisierung in der dualen Ausbildung.
  3. Steuerlast für Unternehmen reduzieren und Unternehmen durch Bürokratieabbau entlasten. Angesichts der Auswirkungen der Corona‑Pandemie auf die Wirtschaft muss sichergestellt werden, dass keine zusätzlichen Belastungen in Form von erhöhten Steuern und neu eingeführten gesetzgeberischen Auflagen für die Wirtschaft entstehen.