Umfrage

Trendanalyse internationale Fachkräfte

Internationale Fachkräfte sind für viele Unternehmen aus Rheinland-Pfalz nicht mehr wegzudenken, zeigt eine aktuelle Befragung der Welcome Center bei den rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). Zwei Drittel der rheinland-pfälzischen Unternehmen beschäftigt schon heute Fachkräfte aus der EU oder aus Drittstaaten. Besonders gebraucht werden Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Diesen und weitere Trends zum internationalen Fachkräftebedarf zeigt die Trendanalyse 2021 der WelcomeCenterRLP.   

Die wichtigsten Ergebnisse 

Internationale Fachkräfte sind bekannt und gefragt

Mehr als die Hälfte der Betriebe gibt an, gezielt ausländische Arbeits- und Fachkräfte anwerben zu wollen. Etwa zwei Drittel beschäftigen heute schon Mitarbeiter aus EU-Staaten (48 Prozent) und Drittstaaten (41 Prozent). Die Option Internationals ist also bekannt und wird zukünftig weiter stark nachgefragt.

Berufliche Qualifizierung im Fokus

Ausländische Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung sind über alle Branchen hinweg am meisten nachgefragt (63 Prozent der Unternehmen). Der Bedarf steigt deutlich ab einer Betriebsgröße von 50 Mitarbeitern. Internationale Auszubildende werden vor allem bei Unternehmen bis 10 und über 250 Mitarbeitern (50 Prozent) gezielt gesucht.

Rechtliche Möglichkeiten wenig bekannt

Fast zwei Drittel der Betriebe kennen die rechtlichen Möglichkeiten und Rahmenbedingung zur Beschäftigung internationaler Fachkräfte nicht. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist nur jedem vierten Unternehmen ein Begriff. Vor allem kleine Unternehmen bis 50 Mitarbeiter brauchen mehr Informationen.  

Anwerbung aus dem Ausland aufwändig

Die Unternehmen sehen Hindernisse vor allem bei den Verwaltungsverfahren und vermissen Unterstützung, z.B. Bekanntheit der Ansprechpartner. 

Was zu tun ist

Zielgruppengerecht kommunizieren

In den Prozessen der Fachkräfteeinwanderung arbeiten auf Landes- und Bundesebene viele Akteure zusammen. Die Rückmeldungen der Unternehmen zeigen, dass Informationen zu rechtlichen Regelungen und zu Verfahrensprozessen nicht genügend bekannt sind. Notwendig ist auf Landesebene, die einzelnen Aktivitäten zu bündeln und abgestimmt zu kommunizieren, damit es Synergieeffekte gibt und kleine und mittlere Unternehmen erreicht werden. 

Bestehende Verfahren der Fachkräfteeinwanderung evaluieren

Unternehmen haben erste Erfahrungen mit der praktischen Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes gemacht. Es zeigte sich: die Prozesse könnten schlanker, schneller und digitaler sein - z.B. die Vergabe von Visaterminen, die Zusammenarbeit der beteiligten Instanzen, die Anerkennungsberatung. Hier braucht es Evaluierung und Optimierung der Verfahren. 

Berufliche Qualifikation fördern

Beruflich qualifizierte Fachkräfte sind, was Unternehmen in Rheinland-Pfalz besonders dringend brauchen. Berufliche Qualifikation, Anpassungsqualifikation, Sprachkurse müssen nachhaltig gefördert werden.  
Alle Ergebnisse der Trendanalyse Fachkräftebedarf 2021 finden Sie  als Download bei  "Weitere Informationen".