Internationale Fachkräfte für Rheinland-Pfalz

To do: Fachkräfteeinwanderung vereinfachen


Die Bedeutung ausländischer Fachkräfte für den Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz steigt weiter. Laut der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2019 sind derzeit bereits 55 Prozent der Unternehmen unseres Landes so sehr vom Fachkräftemangel betroffen, dass eine Mehrbelastung für vorhandene Mitarbeiter entsteht und Aufträge abgelehnt werden müssen.

Rheinland-Pfalz braucht internationale Fachkräfte 

In der Konsequenz rücken neue Zielgruppen in den Fokus, um den Fach- und Arbeitskräftebedarf unseres Wirtschaftsstandorts zu decken. Dabei betrachten über 50 Prozent der Unternehmen die Beschäftigung internationaler Fachkräfte als Chance, sehen sich aber zugleich mit erheblichen bürokratischen Hürden und komplizierten administrativen Verfahren konfrontiert (IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2018). 
Bedarf an Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern

Vor diesem Hintergrund setzt die rheinland-pfälzische Wirtschaft hohe Erwartungen in das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG), das zum 1. März 2020 in Kraft treten wird. Die neuen gesetzlichen Regelungen lassen darauf hoffen, dass die Fachkräfteeinwanderung und die Rekrutierung von Fachkräften im Ausland unkomplizierter werden und die Integration auf dem Arbeitsmarkt sich beschleunigt. In ihrer Gesamtwirkung bedeuten FEG und Migrationspaket eine attraktive rechtliche Grundlage für die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland.

Hausaufgaben: Verwaltungsstrukturen anpassen

Für eine wirkungsvolle Umsetzung des FEG benötigt die rheinland-pfälzische Wirtschaft neben umfassenden Service- und Unterstützungsleistungen auch eine belastbare Verwaltungsstruktur zur Abwicklung der administrativen Verfahren. Zudem ist ein landesweit einheitliches Vorgehen der Ausländerbehörden sowie die Bündelung von (Prozess-)Know-how unabdingbar – insbesondere bei der für unseren Arbeitsmarkt hoch relevanten Ersterteilung der Aufenthaltserlaubnisse und weiterer Fragen der Arbeitsmigration.
Gegenwärtig ist die Betreuung der Antragsverfahren in Rheinland-Pfalz dezentral an den verschiedenen Standorten der Ausländerbehörden vorgesehen. Die bestehende dezentrale Struktur sorgt bereits heute für eine landesweit unterschiedliche Praxis und in der Folge für Unsicherheit und Zurückhaltung bei der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte in den rheinland-pfälzischen Unternehmen.

Was die Politik tun kann

  1. Zentrale Verwaltungsstelle für die Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes schaffen
  2. Landesweite Standards zum Umgang mit Antragsverfahren im Rahmen der Fachkräfteeinwanderung zur Handlungssicherheit der Wirtschaft entwickeln
  3. Bündelung von Know-how und Ansprechpartnern in den Ausländerbehörden umsetzen

Was die IHKs tun

Die IHK-Arbeitsgemeinschaft engagiert sich durch die Welcome Center gemeinsam mit der Landesregierung seit 2015 intensiv für internationale Fachkräfte auf dem rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt. Bereits heute bieten die IHKs ihren Mitgliedsunternehmen so ein umfangreiches Beratungsangebot zur Gewinnung und Integration ausländischer Fachkräfte an. Zudem unterstützen die Welcome Center außerdem ausländische Fachkräfte selbst bei beruflicher Anerkennung und Arbeitsmarktintegration. Seit ihrer Gründung haben die Welcome Center landesweit etwa 2.000 Beratungen durchgeführt.