Antragstellung der Schulträger

DigitalPakt: Berufsschulen in den Fokus rücken

Am 17. Mai wurde der DigitalPakt Schule auf Bundesebene beschlossen. Seitdem besteht für die nächsten fünf Jahre eine finanzkräftige Chance für Länder und Schulträger, ihre Schulen auf den aktuellen digitalen Stand zu bringen. Eine Chance, die wir ausdrücklich begrüßen und die dringend genutzt werden sollte!
Das Land hat im Herbst die Förderrichtlinie verabschiedet, die den kommunalen Schulträgern die Antragstellung seit dem 30. September ermöglicht. Die Höhe der maximalen Fördersummen pro Schulträger über 5 Jahre orientiert sich dabei an einem Schlüssel pro Schule (15.000 Euro) und Schüler (408,93 Euro). Die Bedürfnisse der einzelnen Schulen sind jedoch äußerst unterschiedlich.
Legt man den Verteilungsschlüssel für die Schulträger zugrunde, würde Berufsbildenden Schulen beispielsweise lediglich ein Betrag in Höhe von etwa 49,5 Millionen Euro zufallen. Zu wenig, bedenkt man die enorme Digitalisierungsdynamik in der Arbeitswelt und so auch in Berufsausbildung und Berufsschulunterricht. Laut aktueller Erhebungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) besteht pro Berufsschüler ein Investitionsbedarf von mindestens 387 Euro pro Jahr (bei Teilzeitschülern) – eine Förderung, die von den Schulträgern durchaus umgesetzt werden kann. Rechnerisch ist im Rahmen des DigitalPakts jedoch nur eine Fördersumme von 81,60 Euro pro Schüler vorgesehen. Die Differenz zwischen eingeplanter und benötigter Förderung beträgt also insgesamt 305,40 Euro pro Schüler und Jahr.
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In den Antragsverfahren und bei der Mittelvergabe ist eine Priorisierung der Berufsbildenden Schulen seitens der Schulträger also dringend geboten, denn
  • die Ansprüche der Arbeitswelt 4.0 sind bereits heute in den Ausbildungsordnungen der dualen Ausbildung verankert. Die Vermittlung neuer Kompetenzen zu Industrie 4.0 und Digitalisierung setzt eine entsprechend moderne digitale Ausstattung an Berufsbildenden Schulen voraus.
  • schon während der Ausbildung setzen sich die zukünftigen Fachkräfte in ihren Betrieben mit vernetztem Arbeiten und einem steigenden Technisierungsgrad auseinander. Der duale Partner Berufsschule muss sich im Unterricht auf einem vergleichbaren Stand befinden, um die Qualität der dualen Ausbildung sichern zu können.
  • die rheinland-pfälzische Wirtschaft betont immer wieder ihren enormen Bedarf an praxisnah ausgebildeten, beruflich qualifizierten Fachkräften – eine Förderung der Berufsschulen ist regionale Wirtschaftsförderung!
Eine Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der Berufsbildenden Schulen führt zur Zukunftsfähigkeit der dualen Ausbildung und zur marktgerechten Ausbildung künftiger Fachkräfte in den Regionen von Rheinland-Pfalz.