Pressemitteilung

US-Strafzölle bedeuten weitere Störung internationaler Lieferketten

17. Oktober 2019. Die Welthandelsorganisation (WTO) hat die USA ermächtigt, Zusatzzölle gegen die EU als Sanktion für unzulässige Subventionen für den Flugzeughersteller Airbus zu erheben. Ab diesem Freitag (18. Oktober) fallen zusätzliche Zölle in Höhe von ca. 7,5 Mrd. US-Dollar auf bestimmte Waren aus der EU beim Import in die USA an.
„Diese Maßnahme trifft auch international tätige Unternehmen aus Rheinland-Pfalz, und dies in einer Phase, in der die Unsicherheit durch zahlreiche internationale Handelskonflikte und eine schwächere Weltwirtschaft ohnehin groß ist“, kommentiert Volker Scherer, Sprecher International der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs).
„Unsere exportorientierte Wirtschaft unterhält komplexe Lieferketten, die oft etliche Partner in vielen Ländern einbinden“, erklärt Scherer. „Jede Erhöhung von Zöllen oder anderen Handelsbarrieren kann diese internationalen Vernetzungen empfindlich stören.“ Zudem würden die Maßnahmen oft kurzfristig getroffen oder geändert, so dass den betroffenen Unternehmen kaum Zeit zur Anpassung bleibt.
Die IHK-Arbeitsgemeinschaft appelliert daher an die EU, sich im Streit um Subventionen für Airbus und seinen US-amerikanischen Wettbewerber Boeing um eine rasche Verhandlungslösung zu bemühen, damit die US-Zusatzzölle zurückgenommen werden.
Die USA zielen mit den Zusatzabgaben hauptsächlich auf Exporte aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien, also auf jene Länder, die für die Airbus-Subventionen verantwortlich sind. Zunächst steigen die regulären Zölle nur um 10 oder 25 Prozentpunkte. Die USA behalten sich jedoch ausdrücklich vor, die Sanktionen später zu verschärfen, wenn es mit der EU nicht zu einiger Einigung kommt. Außerdem stehen mögliche Strafzölle von Seiten der USA im Kfz-Bereich im Raum, über die voraussichtlich Mitte November entschieden wird.