Förderprogramme des Bundes

INVEST - Zuschuss für private Investoren

Gefördert werden private Investoren (insbesondere Business Angels), die neu ausgegebene Geschäftsanteile an jungen, innovativen Unternehmen erwerben.
  • Erwerbszuschuss von 20% zum Investitionszeitpunkt und
  • Exitzuschuss als pauschale Kompensation der auf den Veräußerungsgewinn zu entrichtenden Steuern (neu ab 2017)
Ziel ist es, für private Investoren Anreize zu schaffen, Unternehmen privates Wagniskapital zur Verfügung zu stellen und dadurch die Finanzierungsbedingungen junger, innovativer Unternehmen zu verbessern.

Antragsberechtigt sind natürliche Personen, die neu ausgegebene Anteile an einem innovativen, kleinen Unternehmen gemäß KMU-Definition der EU erwerben, oder die ihre Anteile an einem Unternehmen veräußern, deren Erwerb bereits durch INVEST gefördert wurde. Die natürliche Person kann sich im Rahmen des Erwerbszuschusses einer Beteiligungsgesellschaft bedienen.

Für den Erwerbszuschuss gelten folgende Voraussetzungen:  Die Beteiligung muss für mindestens drei Jahre gehalten werden. Der Kaufpreis der Anteile muss mindestens 10.000 EUR betragen. Der Investor oder eine ihm nahestehende Person darf nicht mit dem Unternehmen verbunden sein. Zwischen dem Investor und dem Unternehmen dürfen keine risikomindernden Vereinbarungen geschlossen werden. Die Anteilsausgabe darf erst nach Antragstellung durch den Investor erfolgen; Bei Anteilsausgabe vor Bewilligung trägt der Antragsteller das Risiko einer möglichen Nichtbewilligung.
  • Kriterien für ein förderfähiges Unternehmen: es ist eine Kapitalgesellschaft, nicht älter als sieben Jahre alt, Hauptsitz im Europäischen Wirtschaftsraum mit wenigstens einer Zweigniederlassung oder Betriebsstätte in Deutschland, es muss hauptsächlich in einer innovativen Branche (siehe Anlage A der Richtlinie) fortlaufend wirtschaftlich aktiv sein.
  • Kriterien für einen förderfähigen Investor: Der Investor muss neu ausgegebene Anteile im eigenen Namen, auf eigene Rechnung und von eigenem Geld erwerben; Anteilserwerb muss wirtschaftlich motiviert sein, auf Grundlage eines Business Plans erfolgen und es ist eine realistische Ausstiegsstrategie zu verfolgen. Die Anteile müssen vollumfänglich an Chancen und Risiken beteiligt sein.

Für den Exitzuschuss gelten folgende Voraussetzungen: Das Unternehmen muss bereits durch Zahlung eines Erwerbszuschusses gefördert worden sein. Die Anteile werden frühestens drei Jahre und spätestens zehn Jahre nach Anteilserwerb veräußert. Der Gewinn aus der Veräußerung der Anteile muss mindestens 2.000 EUR betragen. Der Investor muss eine natürliche Person sein, die auch den Erwerbszuschuss für diese Anteile erhalten hat. 

Förderung Erwerbszuschuss: Der Erwerbszuschuss beträgt 20% des Ausgabepreises der Anteile. Je Investor werden pro Kalenderjahr maximal Beteiligungen bis zu einem Betrag von 500.000 EUR bezuschusst, die maximale Fördersumme beträgt 100.000 EUR. Je Unternehmen können Beteiligungen im Wert von bis zu 3 Mio. EUR pro Jahr bezuschusst werden, die maximale Fördersumme beträgt 600.000 EUR.

Förderung Exitzuschuss: Der Existzuschuss beträgt 25% des Gewinns aus der Veräußerung eines INVEST-Anteils. Der Exitzuschuss ist auf 80% des Ausgabepreises der erworbenen INVEST-geförderten Anteile begrenzt.

Antrag: Für den Erwerbszuschuss müssen das Unternehmen als auch der Investor und für den Exitzuschuss der Investor einen Antrag bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen. (!) Anderes Verfahren bei Beteiligung an Gründungsunternehmen.

Hinweise: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat die Förderrichtlinie mit Wirkung zum 1. Januar 2017 neu gefasst. Das Programm wurde mit einem Exitzuschuss um eine weitere Förderkomponente ergänzt. Zusätzlich wurde die Obergrenze für förderfähige Investitionssummen pro Investor verdoppelt. Private Investoren, die ihre Beteiligung über eine Beteiligungsgesellschaft eingehen wollen, können dies über eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft (UG) tun (bisher nur GmbHs). Außerdem ist die Bedingung eines Mehrheitsgesellschafters weggefallen und die Anzahl der zulässigen Gesellschafter an der Beteiligungsgesellschaft wurde von vier auf sechs erhöht. Mit Inkrafttreten der neuen Richtlinie sind auch Wandeldarlehen förderfähig. Neu ist insbesondere auch die Möglichkeit, Zuschüsse auf Anschlussfinanzierungen von INVEST-geförderten Erstfinanzierungen zu erhalten. Auch für junge innovative Unternehmen wurden die Förderkriterien ausgeweitet. Innovative Unternehmen können nun ihre Innovativität anhand eines externen unabhängigen Kurzgutachtens bescheinigen lassen.

Link zum Programm
Weitere Details unter Foerderdatenbank.de