Förderprogramme des Bundes

BMWi-Innovationsgutscheine: go-Inno

Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Handwerks erhalten Zuschüsse für externe Management- und Beratungsleistungen zur Vorbereitung und Durchführung von Produkt- und technischen Verfahrensinnovationen in Unternehmen mit technologischem Potenzial durch autorisierte Beratungsunternehmen (ohne thematische Einschränkung auf bestimmte Technologien, Produkte, Branchen oder Wirtschaftszweige).

Die Förderung erfolgt in zwei Leistungsstufen:
  • Leistungsstufe 1: Potenzialanalyse. Förderfähig sind: Erfassung des Ist-Zustands (Stärken-Schwächen-Profil  des Unternehmens), Vorprüfung der Marktfähigkeit des Innovationsvorhabens, Ermittlung der voraussichtlichen Kosten für ein Realisierungskonzept, Entwicklung eines Finanzierungsplans, Abschätzung des Zeitbedarfs für Erstellung und Umsetzung des Realisierungskonzepts, qualitative Einschätzung des Erfolgs der Umsetzung dieses Konzepts.
  • Leistungsstufe 2: Vertiefungsberatung.
    (1) Realisierungskonzept. Förderfähig sind: Technologiebewertung (agrd. Markteinschätzungen und Marktanalysen), Ermittlung eines geeigneten externen Technologiegebers zur Beseitigung der festgestellten Defizite, Entwicklung eines Realisierungskonzepts (technisch/technologisch, organisatorisch, finanziell, betriebswirtschaftlich), erforderlichenfalls Vorbereitung einer Kooperation mit externem Technologiegeber, Information über öffentliche Förderprogramme, Begleitung des Unternehmens bei erforderlichen Gesprächen insbesondere mit Banken oder Venture-Capital-Gesellschaften.
    (2) Projektmanagement. Förderfähig sind: Management der vertraglichen Vereinbarungen mit externen Technologiegebern, Begleitung der Projektdurchführung (externes Projektmanagement), Bereitstellung administrativer Serviceleistungen wie das Projektcontrolling, Auswertung des abgeschlossenen Innovationsprojekts.

Kriterien für zu fördernde Unternehmen: Begünstigt werden Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Handwerks mit technologischem Potenzial und Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland, die weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 20 Mio. EUR haben. Es muss sich um eigenständige Unternehmen im Sinne der KMU-Definition der EU handeln.

Förderung: bis zu 50% der förderfähigen Ausgaben, pro Beratertag sind max. 1.100 EUR förderfähig.
Leistungsstufe 1: Potenzialanalyse
max. 8 Beratertage, 
Sachverständige: max. 10 Beratertage,
Förderzeitraum max. 3 Monate.

Leistungsstufe 2: Vertiefungsberatung
max. 20 Beratertage,
Sachverständige: max. 25 Beratertage,
externes Projektmanagement zusätzlich max. 15 Beratertage, 
Förderzeitraum max. 1 Jahr.
Ein Unternehmen kann pro Kalenderjahr bis zu fünf Innovationsgutscheine mit einem Förderwert von insgesamt höchstens 20.000 EUR in Anspruch nehmen.
Die Förderung erfolgt für jede Leistungsstufe getrennt.
Ob eine Förderung erfolgt, wird erst nach Abschluss der Beratung und nach Prüfung des Verwendungsnachweises beschieden. Ein Rechtsanspruch der Unternehmen auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Das BMWi entscheidet auf Grund seines pflichtgemäßen Ermessens und im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Beantragung: Der Berater (!) beantragt den BMWi-Innovationsgutschein, interessierte Unternehmen wenden sich an ein vom BMWi oder einem beauftragten Projektträger autorisiertes Beratungsunternehmen | Beraterdatenbank go-inno
  • Der Antrag wird vom Unternehmen und vom Berater gemeinsam ausgefüllt.
  • Unternehmen und Berater schließen einen Beratungsvertrag nach einem vorgeschriebenen Vertragsmuster.
  • Als Anlage zum Vertrag ist eine Vorhabenbeschreibung beizufügen, die aussagefähig die Zielstellung des Vorhabens, insbesondere zu erwartende wirtschaftliche Effekte für das zu beratende Unternehmen darstellt sowie die geplante Leistung des Beratungsunternehmens beschreibt.

Verwendungsnachweis: Innerhalb von vier Wochen nach Abschluss der Beratung zur jeweiligen Leistungsstufe (Potentialanalyse oder Vertiefungsberatung) ist der Verwendungsnachweis zu erbringen (u. a. zahlenmäßiger Nachweis und Sachbericht, der insbesondere einen Soll-/Ist-Vergleich der geplanten und realisierten Beratungsleistungen ermöglicht).
  • Wenn der Verwendungsnachweis mit positivem Ergebnis geprüft wurde, kann die Auszahlung der Zuwendung (Zuschuss) an das Beratungsunternehmen erfolgen.
  • Das begünstigte Unternehmen zahlt den nicht geförderten Anteil der Ausgaben für die Beratungsleistung (Eigenbeteiligung).

Hinweis: Im Mai 2016  wurde die Richtlinie bis Ende 2020 verlängert sowie in einigen Punkten angepasst. Wichtigste Neuerungen: das Gutscheinvolumen ist nicht mehr auf maximal 35% des Jahresumsatzes begrenzt und die Einreichung von Jahresabschlüssen an den Projektträger durch (vorläufig) autorisierte Beratungsunternehmen ist nicht mehr erforderlich.

Link zum Programm
Weitere Details unter Foerderdatenbank.de