Finanzierung und Projektförderung

KMU | Definition

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
Wer eine Förderung für KMU beantragen möchte, muss selbstständig prüfen, ob die Kriterien eines KMU für das antragstellende Unternehmen erfüllt sind.

Definition "Unternehmen"

Nach der EU-Definition gilt als Unternehmen grundsätzlich "jede Einheit unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt". Demnach können Selbständige, Familienbetriebe, Personengesellschaften und Vereinigungen als Unternehmen angesehen werden, solange sie einer regelmäßigen wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen. Ausschlaggebend für die Bestimmung des Unternehmens ist die Wirtschaftsform und nicht die Rechtsform.

KMU-Schwellenwerte

Der KMU-Status eines Unternehmens wird anhand der Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz sowie der Jahresbilanzsumme bestimmt.
Die KMU-Schwellenwerte gemäß EU-Definition sind:
KMU-Definition der EU (englisch) | SME-Definition Guide | KMU-Merkblatt der ISB | KMU-Prüfschema
Kleinstunternehmen sind Unternehmen
mit weniger als 10 Mitarbeitern
und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Mio. Euro.
Kleine Unternehmen sind Unternehmen
mit weniger als 50 Mitarbeitern
und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. Euro.
Mittlere Unternehmen sind Unternehmen
mit weniger als 250 Mitarbeitern
und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro.
  • Diese KMU-Schwellenwerte beziehen sich auf den letzten durchgeführten Jahresabschluss.
  • Bei einem neu gegründeten Unternehmen, das noch keinen Abschluss für einen vollständigen Rechnungszeitraum vorlegen kann, werden die Schwellenwerte im laufenden Geschäftsjahr nach Treu und Glauben geschätzt.
  • Die Mitarbeiterzahl entspricht der Zahl der  Jahresarbeitseinheiten (JAE), d.h. der Anzahl der während eines Jahres beschäftigten Vollzeitarbeitnehmer. Teilzeitbeschäftigte und Saisonarbeiter werden nur entsprechend ihres Anteils an den JAE berücksichtigt. Auszubildende sind nicht zu berücksichtigen.
  • Ein Unternehmen erwirbt bzw. verliert den KMU-Status, wenn es in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren die Schwellenwerte unter- bzw. überschreitet.
  • Die Einhaltung der formalen Beurteilungskriterien darf weder zum Missbrauch noch zu einer Umgehung der KMU-Definition führen.

KMU-Prüfung

Mitarbeiter, Umsatz und Bilanzsumme von verbundenen Unternehmen und Partnerunternehmen sind ganz oder teilweise in die Berechnung einzubeziehen.
Eigenständige* Unternehmen müssen nur die Einhaltung der KMU-Schwellenwerte überprüfen.
Ist das Unternehmen nicht eigenständig*, sondern Partner oder Teil von anderen Unternehmen, ...
  1. ist für jede direkte Beziehung zu einem anderen Unternehmen eine KMU-Prüfung vorzunehmen und
  2. die Mitarbeiter, der Umsatz und die Bilanzsumme der verbundenen Unternehmen und  der Partnerunternehmen gehen ganz oder teilweise in die Berechnung der KMU-Schwellenwerte ein.
Die direkte Beziehung zu einem anderen Unternehmen kann auch als Verbund über eine natürliche Person vorliegen: Unternehmen, die durch eine natürliche Person oder eine gemeinsam handelnde Gruppe natürlicher Personen miteinander in einer der o. g. Beziehungen stehen, gelten gleichermaßen als verbundene Unternehmen, sofern diese Unternehmen ganz oder teilweise in demselben Markt oder in benachbarten Märkten tätig sind.
Für jede direkte Beziehung zu einem anderen Unternehmen ist eine KMU-Prüfung nach einem festgelegten Schema zu durchlaufen.
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Eigenständige Unternehmen
sind Unternehmen, die keine Anteile von 25 % oder mehr des Kapitals oder der Stimmrechte an einem anderen Unternehmen halten bzw. an denen keine Anteile von 25 % oder mehr gehalten werden.
Ein Unternehmen gilt jedoch weiterhin als eigenständig, auch wenn der Schwellenwert von 25 % erreicht oder überschritten wird, sofern es sich um folgende Kategorien von Anteilseignern handelt und unter der Bedingung, dass diese Anteilseigner nicht einzeln oder gemeinsam mit dem betroffenen Unternehmen verbunden sind:
  • Staatliche Beteiligungsgesellschaften, Risikokapitalgesellschaften, natürliche Personen bzw. Gruppen natürlicher Personen, die regelmäßig im Bereich Risikokapitalinvestition tätig sind („Business Angels“) und die Eigenmittel in nicht börsennotierte Unternehmen investieren, sofern der Gesamtbetrag der Investition der genannten „Business Angels“ in das betroffene Unternehmen 1,25 Mio. Euro nicht überschreitet,
  • Universitäten oder Forschungszentren ohne Gewinnzweck,
  • institutionelle Anleger einschließlich regionale Entwicklungsfonds,
  • autonome Gebietskörperschaften mit einem Jahreshaushalt von weniger als 10 Mio. Euro und weniger als 5000 Einwohnern.

Links

Einzelheiten zur KMU-Prüfung und zum KMU-Prüfschema finden Sie hier:

Beratung

Sie können sich zur Klärung des KMU-Status persönlich beraten lassen.
KMU-Beratung
zu Förderprogrammen in Rheinland-Pfalz
ISB-Beratungszentrum,
Telefon: 06131 6172-1333,
E-Mail: beratung@isb.rlp.de
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zu Förderprogrammen des Bundes
Förderberatung "Forschung und Innovation" des Bundes,
Beratungstelefon: 08 00/26 23-0 08 (kostenfrei),
E-Mail: beratung@foerderinfo.bund.de
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